29. Januar 2026

Holocaust-Gedenktag – #EVERYNAMECOUNTS

Eine „CHALLENGE“ zum Gedenken an den Holocaust?

Was sich erst einmal befremdlich anhört und anfühlt, hat gestern Abend im Geschichtskurs der E-Phase stattgefunden.

Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag, im Jahr 1945, wurden die Menschen im Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit.

Um dem Gedenken und Erinnern einen aktiven und wirksamen Rahmen zu geben, sind die Studierenden der E2 einem Aufruf des Arolsen Archivs, dem weltweit umfassendsten Archiv über die Opfer und Verfolgten des Nationalsozialismus, gefolgt:

Das Projekt #everynamecounts beschreibt sich selbst als digitales Denkmal für die Opfer des Nationalsozialsozialismus. Als sogenanntes crowdsourcing-Projekt digitalisieren Freiwillige anhand von Millionen eingescannter historischer Dokumente aus ganz Europa die Namen, Geburtsdaten und -orte sowie weitere erfasste Informationen, die somit für Recherchen, Erinnerung und wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung stehen und nicht dem Vergessen ausgeliefert sind.

#everynamecounts ruft in dieser Woche dazu auf, sich an einer „Challenge“ zur Digitalisierung zu beteiligen. 58.000 Karten des Sicherheitsdienstes (SD) der deutschen Sicherheitspolizei in Belgien, die zwischen 1941 und 1944 angelegt wurden zur systematischen Überwachung und Dokumentation des Fortschritts der Deportation der als Juden sowie Sinti und Roma verfolgten Menschen in Belgien, sollen insgesamt erfasst werden. Für diese Arbeit ist oft schon ein Smartphone, besser aber ein Tablet oder Laptop sowie eine stabile Internetverbindung ausreichend. Diese Infrastruktur stand der E2 zur Verfügung.

Nach einer inhaltlichen kurzen Einführung herrschte für 40 Minuten konzentriertes, aber auch andächtiges Schweigen im Raum. Nur das Klicken der Tastaturen war zu vernehmen, vereinzelt wurde geflüstert, wenn die Kurrentschrift der angezeigten Dokumente entziffert werden musste.

Es war offenbar eine Tätigkeit, bei der geschwiegen werden musste. Auf den Bildern der Karteikarten stehen die Namen von Menschen, die versucht hatten, sich vor dem nationalsozialistischen Terror in Belgien in Sicherheit zu bringen. Dieser Terror, so ist hier in jedem einzelnen Dokument zu erahnen, hat die Männer, Frauen und Kinder eingeholt. Einiger ihrer Namen wurde gestern Abend gedacht und sie wurden damit der Gefahr des Vergessens entzogen.

https://everynamecounts.arolsen-archives.org/

Text: Frau Rohgalf

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