Erfolgsgeschichten

Das erzählen unsere Ehemaligen

Ich bereue nichts

…ich jobbte seit Jahren in der Gastronomie und fand im Juli 2008 eine Festanstellung im Hotel als Servicekraft.
Unzufriedenheit in diesem Job und der Wunsch nach Veränderung begleiteten mich die nächsten Jahre, bis ich im März 2011 im gegenseitigen Einvernehmen das Arbeitsverhältnis beendete.
Ich genoss den kommenden Sommer und überdachte mein Leben.
Die Bilanz war niederschmetternd: Ich war mittlerweile 27 Jahre alt, hatte zwei gescheiterte Ausbildungen hinter mir und der Wille/Wunsch nach einem sozialen Beruf war immer noch vorhanden.
Also musste ich einen anderen Weg finden, um mein Ziel zu erreichen.

Die Entscheidung, mein Abitur nachzuholen, war eine logische Konsequenz. Ich bewarb mich noch im Sommer 2011 beim Abendgymnasium in Schwerin und wurde glücklicherweise sofort angenommen. Von nun an war alles ein Selbstläufer. Die Bedingungen haben sich geändert: Ich habe ein Auto, arbeitete tagsüber als Zimmermädchen in einem Hotel in Wismar und absolvierte im Sommer dieses Jahres endlich mein Abitur. Drei lange, harte Jahre gingen erfolgreich zu Ende.

Der Grundstein für eine Zukunft ist gelegt: Ich bin nun 31 Jahre alt und eine erfolgreiche Abiturientin, die ihre Zusage für den gewünschten Studienplatz an der Rostocker Universität in der Tasche hat – Lehramt für Sonderpädagogik/Grundschulpädagogik.

Ich freue mich auf die nächsten Jahre und blicke freudig und erwartungsvoll in die Zukunft – wenn die Berufung zum Beruf wird!

Rückblickend betrachtet, bereue ich nichts. Es scheint, als ob alles so sein sollte.
Dieses Gefühl, wenn die Dinge sich zu fügen scheinen, ist einfach unbezahlbar.

Christin (Abitur 2014)


Was fange ich nur mit meinem Leben an?

Ich bin mir sicher, dass du gerade über genau das nachdenkst und das nicht zum ersten Mal. Wie du dir diese Frage stellst, so beschäftigte sie mich vor 4 Jahren.

Ich war 19 Jahre alt, habe einen recht durchschnittlichen Realschulabschluss in der Tasche gehabt und knapp 3 Jahre für ein Schnellrestaurant gearbeitet, ohne Ausbildung. Danach entschied ich mich für 1 Jahr Auslandsaufenthalt, das Geld dafür hatte ich mir angespart und Reisen war schon immer eine große Passion von mir. Während meiner Zeit im Ausland kam mir diese Frage häufiger in den Sinn und auch die Arbeiten, welche ich dort verrichtete, waren nicht besser als der Job, den ich in meiner Heimat hatte. Gefühlt habe ich mich wie der “Arschabwischer vom Dienst”, aber mir war auch klar, dass ich nichts Besseres bei meinen nicht vorhandenen Qualifikationen erwarten könnte.

Du und ich, wir haben etwas gemeinsam und das ohne uns zu kennen. Wir verfolgen Träume, welche wir uns irgendwann in unserem Leben erfüllen möchten. Ich kenne deine Träume nicht, aber ich weiß, dass ich mir im hohen Alter nicht den Vorwurf machen möchte, dass ich meine Lebzeiten vergeudet habe.

Es gibt viele Mittel und Wege sich seine Träume zu erfüllen. Ein Weg für mich war eine klare Zielsetzung und das beinhaltete zuallererst das Erlangen einer allgemeinen Hochschulreife.

Nach Beendigung meines Auslandsjahres bewarb ich mich am Abendgymnasium Schwerin und nach drei weiteren Jahren hielt ich mein Abiturzeugnis in der Hand.

Mein Fazit: Diese drei Jahre waren nicht immer einfach, dennoch habe ich die Leistungen in meinem vorangegangenen Realschulabschluss deutlich übertroffen. Ich habe dieses Ziel erreicht, welches mir die Türen für völlig neue Wege öffnet und mich auf meinen weiteren vorantreibt, um schlussendlich meine Träume erfüllen zu können.

Vielleicht habe ich es geschafft, dir die oben gestellte Frage zu beantworten, dennoch möchte ich diese kleine persönliche Geschichte mit einer weiteren Frage beenden:

Worauf wartest du noch?

Erick G. (Abitur 2020)


So, es wird wohl mal Zeit für eine kleine Meldung:

Hallo Frau Seidler, ich hoffe, Sie kommen weiterhin gut durch diese verrückte Zeit und fahren das Schiff „Abendgymnasium“ weiterhin so souverän durchs Fahrwasser, wie ich es die letzten drei Jahre erleben durfte.

Bei mir ist in den letzten Wochen viel los gewesen!

Ich habe einen Studienplatz an einer staatlichen Uni bekommen, in München, das war erstmal ein Riesenschock!

Leider habe ich auch nur in München einen Platz bekommen.

Als ich schon fast verzweifelte, habe ich über eine Tauschbörse für Studienplätze eine junge Dame gefunden, die aus München kommt und einen Studienplatz in Hamburg an der staatlichen Uni hat.

Wir haben uns also 3 Wochen lang durch den bürokratischen Dschungel der deutschen Hochschulen gekämpft und konnten den Tausch schlussendlich realisieren, das heißt, ich beginne ab morgen mein Studium der Humanmedizin an der Staatlichen Universität Hamburg.

Ich bin unglaublich froh und stolz, dass das alles so geklappt hat, auch wenn es viel Stress war.

Ich denke oft an die letzten drei Jahre zurück und bin stolz, ein Schüler des Abendgymnasiums gewesen zu sein!

Ich hoffe, dass die Zeit und Corona es bald zulassen, dass ich mal auf einen Kaffee vorbeikommen kann!

Bis dahin, bleiben sie gesund und grüßen sie mir den Rest.

Max K. (Abitur 2020)


Eigentlich

…wollten meine Begleitung und ich uns im Februar 2017 nur in Schwerin-Süd über Ausbildungen informieren. Doch es gab dort ein Stand, der zog mich magisch an. Alle anderen Ausbildungsangebote wurden unwichtig, denn diese Leute waren auch noch so gut gelaunt. So nervte ich meine Begleitung, endlich zu diesem Platz zu gehen, um Fragen zu stellen. “Abitur am Abend”. Das klang zu schön um wahr zu sein. Die netten Studierenden erzählten von ihren Erfahrungen und luden uns zum Informationsabend ein. Als ich an solch einem Abend ankam und mir die Vorteile, das Abitur nachzuholen, anhörte, stand für mich fest: Ich will zurück zur Schule!!!

Allerdings hielt mich ein Gedanke fern, mich zu bewerben, denn Abitur ist immer etwas für kluge Köpfe, so dachte ich. Wann immer ich Leute nach ihrer Meinung fragte, sagten sie mir, dass ich dem nicht gewachsen wäre. Dennoch gab es auch Freunde, die mich ermutigten, es wenigstens zu probieren. Sowieso war der Wunsch so stark, dass ich es versuchen wollte.

Aus dem Versuch wurde ein etwas längerer Aufenthalt und es hat sich gelohnt!!!!

Ich durfte während der drei Jahre erfahren, dass das Abitur nicht so viel mit Klugheit zu tun hat, sondern auch mit Fleiß; damit zu kämpfen für seinen Traum und auch mal schlechte oder nicht erwünschte Noten zu akzeptieren. Trotzdem mit schlechten Erlebnissen weiterzumachen, um dann am Ende stolz darauf zu sein, dass es geschafft ist – ob Abitur oder Fachhochschulreife. Die Lehrer sind an deiner Seite, wenn Fragen oder auch Probleme im Fach entstehen. Somit war die Unterstützung auch sehr präsent. Das Gefühl, dass jemand alleine ist, war nicht gegeben. Außerdem konnten Ausflüge durch unseren Verein Freda finanziert und ermöglicht werden. Gemeinsam geht es zum Ziel. Dazu braucht man nur den Ehrgeiz und den Willen es zu tun.

Esther (Abitur 2020)